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Tristan


Erscheinungsdatum: 2002
Entwickler/Publisher: Montparnasse Multimedia (heute Mindscape)
Spielsprache: französisch

 

Altersfreigabe: 9 Jahre und älter

Boxshots

 

Ein Review von  MaryScots   22. Februar 2005

 

Eine angenehmere Methode, Sprachen zu lernen oder aufzufrischen, als durch ein schönes Adventure, kann ich mir kaum denken. „Tristan et le Mystère du Dragon" kommt meinem leicht eingerosteten Französisch da gerade recht. Daß es sich hierbei um ein für Kinder konzipiertes Spiel handelt, tut der Freude keinen Abbruch.

 

Story

Wir befinden uns im Mittelalter. Die Bauern sind verzweifelt, denn die Vorräte sind fast verbraucht und jeden Morgen prangen auf ihren Feldern neue schwarzverkohlte Flecken. Ist es das Werk eines Drachen? Die Herrschaft weiß sich keinen Rat und verschanzt sich in der Burg, während die Untertanen um ihr nacktes Überleben bangen müssen.

Eines Tages findet Junker Tristan ein geheimnisvolles Pergament, das mit einem Pfeil an den Stamm des Baumes auf dem Dorfplatz genagelt wurde. Der Inhalt der Botschaft besagt, daß derjenige, vor dessen Nase sie auftrifft, sich auf den Weg machen soll, das Königreich zu retten, indem er das Blut des Drachen findet. Der Erfolg seiner Mission soll ihm Ruhm und Ehre bringen. Na, das ist doch was für unseren jungen Heißsporn!

Da Tristan aber bisher nicht gerade erfahren darin ist, sein Königreich zu retten, steht ihm der weise Alchimist mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem ist da noch die hübsche Sybille, „Königin" des Waldes, deren Hilfe Tristan dringend benötigt. Aber die Damen des Mittelalters machen ja nichts nur einfach so, sie wollen schon zünftig umworben werden. Schließlich befinden wir uns in der Epoche der Minne, der höfischen Liebe, und die hat ihre ganz besonderen Regeln.

 

Installation/Steuerung

„Tristan" kommt auf einer CD-ROM – PC/MAC-Hybrid - nebst Handbuch mit Lösung in einer DVD-Box; das ganze nochmals hübsch verpackt in einer Klappschachtel aus Hartpappe.

Nach der - bei mir - reibungslosen Installation befinden wir uns im Startmenü. Bevor wir ein neues Spiel starten, können wir in den Einstellungen noch die Untertitel ein- bzw. ausschalten, die Lautstärke von Stimmen und Umgebungsgeräuschen separat regeln und uns zwischen den Schwierigkeitsgraden „einfach" und „schwer" entscheiden. Besonders schön gemacht ist die Einführung in die Steuerung des Spiels. Hier wird uns von einer freundlichen Frauenstimme anhand von Spielausschnitten genauestens erklärt, wie Tristan gesteuert wird, welche Hilfsfunktionen uns während des Spiels zur Verfügung stehen und wie wir mit dem Inventar umgehen. Auch das Speichern und Laden eines Spielstandes über das Startmenü wird in einem Beispiel veranschaulicht – eben alles sehr kindgerecht.

Das Spiel wird komplett per Maus in 3rd-Person-Perspektive gesteuert. Mit einem Linksklick bewegen wir unseren Helden durch die mittelalterliche Landschaft, können Gegenstände aufnehmen und mit Personen sprechen, sobald der Cursor die Form einer Hand annimmt oder Tätigkeiten ausführen, wenn der Cursor in einem Bildschirmbereich als Hammer, Pergamentrolle, Mörser o. ä. dargestellt wird. Als Pfeil zeigt er uns mögliche Szenenausgänge an.

Durch einen Rechtsklick erscheint am unteren Bildrand das Hauptmenü. Es umfaßt, abgesehen vom Zugang ins Startmenü, in die Einstellungen und ein bebildertes Ingame-Handbuch, auch eine Enzyklopädie, in der uns allerlei Begriffe des Mittelalters und Dinge, die wir während des Spieles einsammeln, erklärt werden. Des weiteren steht uns eine Karte zur Verfügung, damit wir schneller zwischen den Locations wechseln können, ein Notizbuch, das automatisch die wichtigsten Informationen zum Geschehen festhält und natürlich das Inventar, dessen Inhalt bei mouse-over namentlich erklärt oder bei Doppelklick in Großaufnahme angezeigt wird; dies ist besonders zu beachten, wenn wir Bücher erhalten. Die Anwendung der Gegenstände erfolgt ganz einfach per Drag & Drop.

 

Rätsel

Die Rätsel sind schön in die Story eingepaßt und auch für Anfänger einfach zu lösen. Wichtig ist das Einsammeln aller Gegenstände, derer man habhaft werden kann. Hier liegt die schwierigste Hürde im Auffinden mancher Dinge. Da der Cursor nicht besonders groß ist, kann es des öfteren vorkommen, daß man ihn stur an einem Objekt vorbeibewegt. In der Regel sieht man zwar auf den ersten Blick, ob man etwas mitnehmen kann, da es einem förmlich ins Auge sticht; sollte das nicht der Fall sein, ist Pixelhunting angesagt.

Mit den aufgefundenen Gegenständen gilt es verschiedene Aufgaben zu lösen, bzw. neue Sachen herzustellen. Um z. B. überhaupt erst aus den Festungsmauern herauszukommen, müssen wir uns erst mal ein eigenes Schwert anfertigen. Alle hierfür erforderlichen Dinge finden wir in der Schmiede, stehen aber vor der Frage, in welcher Reihenfolge sie verwendet werden müssen.

Einfache Dialogrätsel bescheren uns neues Inventarmaterial aus den Händen unseres Gesprächspartners oder den Zugang zu weiteren Orten. Puzzeln dürfen wir auch einmal und zwar das Skelett eines... na, Ihr werdet schon sehen. Neben der Minne war die Alchimie im Mittelalter von besonderer Wichtigkeit, und deshalb dürfen wir im Labor des weisen Mannes auch mal herumexperimentieren. Selbstverständlich wird es nie wirklich gefährlich, immerhin ist dies ja ein Spiel für Kinder.

Wem die Aufgaben, vielleicht auch aufgrund des schnell gesprochenen Französisch und der fast ebenso schnell ablaufenden Untertitel, doch noch zu schwer sein sollten, der kann den niedrigen Schwierigkeitsgrad wählen und hat dann die Möglichkeit, den Falken Sakar zu befragen, der uns durch das gesamte Spiel begleitet. Im Modus „einfach" gibt er dann Tips und frotzelt ab und zu, während er sich im Modus „schwer" auf das reine Frotzeln beschränkt.

 

Grafik/Sound

Die mittelalterliche Spielwelt von „Tristan" ist sehr liebevoll gestaltet. Die gerenderten Hintergründe der knapp 40 Szenenbereiche, in denen sich die 3D-Charaktere bewegen, sind detailreich gezeichnet, werden aber leider nur sehr sparsam durch Animationen belebt, d.h. die Bewegung der Flammen im Kamin stellt so ziemlich die einzige Animation dar, die nicht zu einem NPC oder dem Falken Sakar gehört, der sich bei jedem Szenenwechsel in die Lüfte schwingt bzw. in der Nähe unseres Protagonisten wieder niederläßt. Die Bewegungen der Charaktere sind zwar etwas zackig, aber doch gut getroffen. Weitere Animationen sehen wir, während wir die Rätsel lösen, wenn sich die verschieden, anwendbaren Objekte wie von Geisterhand miteinander verbinden.

Etwas merkwürdig fand ich, daß die Wellen, welche sich um die Kaipfosten im Hafen bilden, die viereckige Form der Holzpfähle übernehmen, und der Falke, proportional gesehen, eher an einen Adler erinnert, aber ich will ja nicht kleinlich werden, schließlich kann er ja auch sprechen.

Die Sprecherstimmen sind übrigens gut ausgewählt und passen von der Stimmlage zu den Charakteren. Unsere Erkundungen werden von einem mittelalterlichen Soundtrack aus lebendigen Lauten- und Tamburinklängen begleitet, der zuweilen bedrohlicher klingt, wenn wir uns beispielsweise die verbrannten Felder vor dem Dorf ansehen, oder auch mal gänzlich aussetzt, so daß wir dem Vogelgezwitscher im Wald lauschen können. Mit den Soundeffekten war man freundlicherweise nicht so sparsam. Zu jeder Kulisse und Handlung hören wir entsprechende Geräusche. Die ganze Spielatmosphäre hat eher etwas friedliches, sowohl durch die Sounduntermalung als auch durch den stetigen Sonnenschein.

 

Technisches

Ein kleiner Bug fiel mir hin und wieder auf. Wenn ich aus dem Spiel das Ingame-Handbuch oder die Enzyklopädie aufrief, war zuweilen die Schaltfläche zum Umblättern unsichtbar, wenn auch funktionsfähig. Bei erneutem Aufruf erschien sie dann wieder.

 

Fazit

Man merkt „Tristan" besonders daran an, daß es eine französische Produktion ist, da der Begriff der höfischen Liebe eine enorm wichtige Rolle spielt. Ah, les Français et l’amour - das fängt offenbar schon im zarten Kindesalter an. „Tristan" ist ein hübsches Spiel, das kurzweilig gut unterhält und es vermag, uns ein paar Aspekte des Lebens im Mittelalter näher zu bringen. Leider liegt die Betonung auf kurz, denn selbst im höheren Schwierigkeitsgrad benötigte ich gerade mal 3 Stunden, um das Geheimnis des Drachen zu lüften. Kinder, für die dieses Spiel ja gemacht wurde, oder ungeübtere Spieler werden vermutlich auch nicht mehr als 6-7 Stunden Freude daran haben. Bei einem Verkaufspreis von €29,99 direkt beim Hersteller kann ich daher eine Empfehlung nicht guten Gewissens aussprechen. Hier stehen Spieldauer und Preis in keinem Verhältnis. Es sei denn, man könnte die Kosten als Weiterbildungsaufwand von der Steuer absetzen. Selbst als Sammler wäre ich eher geneigt, zu warten, bis das Spiel eventuell günstiger oder gebraucht zu haben ist.

 

Bewertung: 59 %

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

PC:

  • Windows 98SE/ME/XP
  • Pentium II 300 MHz
  • 64 MB RAM (128 MB unter XP – 256 MB empfohlen)
  • 8x CD-ROM-Laufwerk
  • 8 MB Grafikkarte 100% DirectX-kompatibel mit 800x600
  • Soundkarte 100%-Soundblaster-kompatibel
  • Mindestens 150 MB freier Festplattenspeicher (Vollinstallation 750 MB)

MAC:

  • Mac OS 8.6/9.2/10.3
  • iMac oder G3 350 MHz
  • 64 MB RAM (128 MB unter OS X – 256 MB empfohlen)
  • 8x CD-ROM-Laufwerk
  • 8 MB Grafikkarte 100% DirectX-kompatibel mit 800x600
  • Mindestens 150 MB freier Festplattenspeicher (Vollinstallation 750 MB)

Gespielt auf:

  • Windows XP
  • Pentium IV 2,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM SD-616 Samsung
  • Sapphire Radeon Atlantis 9600 256 MB Grafikkarte
  • Creative Soundblaster Live! 5.1 Soundkarte

 

Copyright © MaryScots für Adventure-Archiv, 22. Februar 2005

 

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Startmenü
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Tristan findet ein Pergament...
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...das ihn zur Heldentat beruft
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Die edle Dame erbittet einen Dienst
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Im Labor des Alchimisten
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Enzyklopädie des Mittelalters
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Auch der Schwarze Ritter darf nicht fehlen
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Ob sich der Mönch mit Drachen auskennt?
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Auch im Kloster gibt es etwas zu tun
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In Zeiten der Gefahr wird auch der Hafen bewacht!
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Verbrannte Ernte – das Werk eines Drachen?
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	Mal sehen, was wir mit unseren Fundstücken so zusammenrühren können
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Vor den Toren der Festung
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