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The Watchmaker 


Erscheinungsdatum italienische Version: 06/2001
Erscheinungsdatum US-Version: 06/2002
Entwickler: Trecision
Publisher:
Got Games Entertainment
Homepage (Got Games)
Homepage (Trecision)

Boxshots
Komplettlösung (englisch)

 

Ein Review von slydos   04. Juli 2002

Auf das Spiel der italienischen Spieleschmiede Trecision warteten die deutschen Spieler im vorigen Jahr leider vergeblich - der deutsche Publisher Topware hatte Konkurs angemeldet. Trecision möchte das Spiel auch gerne auf dem deutschsprachigen Markt veröffentlichen, sucht jedoch noch nach einem Partner. Dafür wurde nun zumindest die englischsprachige Version von Got Games Entertainment für den nordamerikanischen Markt herausgebracht und kann über die Homepage oder andere   amerikanische Onlineshops bezogen werden.

"The Watchmaker" ist das bisher letzte Spiel in einer Reihe von jetzt 4 Detektivadventures von Trecision. Im Jahre 1995 begann man mit dem Sharewarespiel "In the Dead of Night" noch im 1st-Person-Look, das nun als Freeware-Version (Dank an Trecision) im Adventure-Archiv heruntergeladen werden kann. 2 Jahre später folgte "Ark of Time" und 1998 konnten wir uns am Sci-Fi Detektivadventure "Nightlong" erfreuen.

In der Tradition von "Ark of Time" und "Nightlong" geht es auch in "The Watchmaker" vornehmlich in 3rd-Person-Sicht zur Sache, allerdings diesmal vollkommen in 3D und mit zwei gleichwertigen, steuerbaren Hauptdarstellern.

 

 

 

 

 

 

 


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In den 5 Etagen der Burg gilt es sich erstmal zu orientieren
In den 5 Etagen der Burg gilt es sich erstmal zu orientieren

 

Geschichte

Darrel Boone, unser männlicher Protagonist, wird mitten in der Nacht von einem Telefonanruf geweckt. Scotland Yard hatte ihn der internationalen Anwaltskanzlei Norman&McGreen als Spezialisten für parapsychologische Phänomene empfohlen. (Dem Handbuch können wir eine ausführliche Vita von Darrel und den anderen Hauptpersonen entnehmen). Die Anwälte von Norman&McGreen wurden von einem ungenannten Klienten beauftragt, eine gestohlene Vorrichtung, zu finden, die die "Leylines", eine geheimnisvolle Energiequelle, bündeln kann. In den Händen der falschen Personen und während einer bevorstehenden Sonnenfinsternis stellt die Vorrichtung, die die Form eines Pendels haben soll, eine ernste Bedrohung für die gesamte Menschheit dar. Das Pendel muß vor Mitternacht des gleichen Tages gefunden und gestoppt werden.

Bereits eine halbe Stunde später sitzt Darrel im Anwaltsbüro und trifft dort auf seine Partnerin in diesem Fall, die Rechtsanwältin Victoria Conroy. Während des Briefings ist nicht viel Zeit sich zu beschnuppern. Detektive und Fahnder haben bereits herausgefunden, daß eine Gruppe von religiösen Fanatikern den Diebstahl in Auftrag gegeben hat. Die Vorrichtung soll sich irgendwo auf dem Gelände einer zum Meeting Point umgebauten Burg in Österreich befinden. Die Burg ist im Besitz des internationalen Konzerns Multinational. Verwalter und Personal wurden bereits über die Ankunft von Darrel und Victoria informiert. Die beiden fliegen mit einer Privatmaschine nach Österreich und treffen um 9 Uhr morgens am Zielort ein. Im Flieger konnten sie sich über die derzeitigen Bewohner der Burg informieren (wir tun das per Handbuch) und wissen, daß die gefährliche Sekte auch hier Komplizen haben kann. Es gilt vorsichtig aber auch schnell und genau das Gelände zu erkunden, Informationen zu sammeln und schließlich das Pendel aufzuspüren und die davon ausgehenden Kräfte zu neutralisieren.

Installation/Start

Das Spiel kommt auf 1CD und läßt sich leicht und fehlerfrei installieren und nahm bei mir mit den späteren Savegames ca 290 MB ein. Man kann während der Installation wählen, ob man die Dialog-Dateien auch auf die Festplatte kopieren will (nochmals 400 MB). Ich habe es nicht getan und dadurch führte es an einigen wenigen Stellen zu leichten Verzögerungen der Sprachausgabe. Wenn man "The Watchmaker" zum ersten mal aufruft, wird man automatisch durch ein Setup-Programm geführt, in dem man das Spiel auf sein System anpassen kann. Hier kann man Auflösung für Bildschirm und Charaktere bestimmen, Licht und Schatteneffekte wählen. Das Spiel lief unter Windows XP fehlerfrei bei maximalen Einstellungen.

Im dreiteiligen Startmenü kann man das Spiel starten, ein Spiel laden oder Watchmaker verlassen. Beim Start eines neuen Spiels werden wir ohne große Umwege mit einem Introfilm in die Geschichte eingeführt und können selbst eingreifen sobald unsere beiden Hauptdarsteller  vom Manager begrüßt worden sind.

Handling/Steuerung/Inventar

Über F1 kann man das Hauptmenü mit Speicher- oder Ladefunktion aufrufen. In "The Watchmaker" laufen die Speicher- und Ladevorgänge ausgesprochen schnell ab. Es geht so schnell, daß man direkt vorsichtig sein muß, nicht ein wichtiges Savegame zu überschreiben. Die Savegames sind nicht zahlenmäßig limitiert und es werden ein Screenshot und die Uhrzeit gespeichert. Das zuletzt gespeicherte Spiel wird immer als erstes angezeigt. Alles funktioniert hier über Point&Click. Begeisternd schnell und einfach.

Ebenfalls einfach und schnell auch die Bedienung der anderen Funktionen, die sich in einer Leiste oberhalb der Savegames befinden. Klickt man "Quit" an so ist man ohne Abspann oder sonstiges Drumherum innerhalb einer Sekunde wieder auf der Windows-Oberfläche. "Close" führt den Spieler/die Spielerin auf der Stelle ins Spiel zurück und "Optionen" läßt einen Sound-, Musik- und Sprachlautstärke einstellen sowie die Untertitel ein- oder abschalten.

Die Steuerung der beiden Hauptpersonen funktioniert je nach Geschmack mit der Maus oder der Tastatur. So benutzt man entweder die Pfeiltasten oder klickt mit der linken Maustaste auf einen Punkt, und Darrel oder Victoria, begeben sich dorthin. Sowohl mit Tasten als auch mit der Maus ist man frei wohin man die beiden schickt, nur das Treppensteigen wird ausschließlich mit der Maus erledigt. Hiermit haben die Entwickler den Spielern eine große Freiheit eingeräumt und jeder kann nach seiner Fasson seelig werden. Es gibt einige wenige Stellen, wo man die beiden  genauer mit der Tastatur steuern kann, besonders dann, wenn ein Zielpunkt als Hotspot (alle Hotspots werden durch Bildschirmtexte angezeigt) belegt ist, jedoch kommt man mit beiden Arten sehr gut durch. Schneller laufen kann man mit der Shift-Taste, egal ob man die Tastatur oder die Maus verwendet. Hier hat die Maussteuerung einen Vorteil, denn man kann einen weit entfernten Punkt sehr schnell erreichen, denn Darrel oder Victoria umgehen Hindernisse dann automatisch.

"The Watchmaker" ist eins der seltenen Adventurespiele in dem man zwei Charaktere während der ganzen Zeit steuern kann und das erste mir bekannte, in dem man tatsächlich fast jederzeit selbst entscheiden kann, wen der beiden Charaktere man gerade steuern will. Mit F8 schaltet man zwischen Darrel und Victoria um und beide können an ganz unterschiedlichen Orten sein oder auch gemeinsam vorgehen. Allerdings kann Darrel einiges, was Victoria nicht kann und umgekehrt, man sollte dazu entweder mal deren Lebensgeschichte im Handbuch lesen oder es einfach im Spiel selbst herausfinden. Sollte man also mal gerade den anderen brauchen, so kann man ihn schnell über das Inventar (TAB-Taste) und dort per Telefon hinzurufen und flugs sind beide am selben Platz. Es gibt im Spiel einige wenige Orte, wo das logischerweise nicht funktioniert, wenn man sich z.B. unter der Erde befindet oder sonst abgeschlossen ist - das wird durch einen roten Balken am Telefon gekennzeichnet.

Dadurch, daß unsere beiden Helden an unterschiedlichen Orten agieren und je nach Geschmack des Spielers Objekte aufnehmen und Informationen sammeln, müssen sie ab und zu auch einmal Gegenstände austauschen. Dazu muß man das Inventar des jeweils anderen aufrufen (im eigenen Inventar auf den Namen des jeweils anderen und dann auf den gewünschten Gegenstand klicken, der dann automatisch im eigenen Inventar auftaucht). Gelesene oder gehörte Informationen übermitteln sich die beiden automatisch per Telefon, ohne daß wir es jedesmal miterleben müssen, und so sind beide immer auf dem Laufenden.

Das Inventar (TAB-Taste) wird als Textspalte auf der linken Bildschirmseite dargestellt. Klickt man mit der linken Maustaste auf ein Objekt, so wird es rechts daneben in Großaufnahme dargestellt und wir erhalten eine Erklärung dazu in Sprache und Schrift. Hält man die linke Maustaste fest kann man einen dargestellten Gegenstand rotieren und von allen Seiten betrachten und dadurch eventuell auch neue Informationen oder Dinge erhalten. Mit einem Rechtsklick entweder auf das Bild des Inventarobjekts oder die Textbeschreibung kann man ihn benutzen. Das wird wiederum als Textzeile angezeigt, z. B. "use key with" und der Pfeil-Cursor erhält ein zusätzliches Plus-Zeichen. Befinden wir uns im Textmodus des Inventars können wir den aufgenommenen Gegenstand unten rechts als Icon sehen und auch gleich am Bildschirm anwenden. Hatten wir zuvor ein Großbild des Objekts abgerufen müssen wir zunächst dieses Bild mit "Close" wieder schließen.

Das Inventar bleibt sehr übersichtlich. Werden einmal mehr Objekte transportiert als angezeigt werden können (das ist allerdings erst zum Ende des Spiels der Fall), kann man mit Pfeilen scrollen. Beim Inventar wird auch logisch vorgegangen: Dinge die wir verbraucht haben, verschwinden aus der Liste, Dinge, die nur teilweise verbraucht oder nur benutzt wurden verbleiben im Inventar. Es besteht die Möglichkeit, daß wir sie erneut brauchen. Mir fällt nur ein Gegenstand ein, der zwar mitgenommen aber nicht auf irgendeine Art verwendet wird.

Mit Linksklick untersuchen wir ein Objekt, mit Rechtsklick führen wir eine Aktion durch. So fangen wir z.B. auch eine Unterhaltung an. Sehr praktisch ist es, daß noch nicht Besprochenes oder Gefragtes als weiße Textzeile erscheint, alles andere wird grau abgedunkelt. Unterhaltungen können jederzeit wieder abgebrochen werden genauso wie alle Kommentare von Darrel und Victoria.

Den beiden steht natürlich auch ein PDA (Personal Digital Assistant) zur Verfügung, der ins Telefon integriert ist aber auch über die Taste "P" aufgerufen wird. Hier werden automatisch Informationen über den Fortgang der Untersuchung gespeichert. Noch nicht Gelesenes wird hier in rot gekennzeichnet und jedesmal, wenn wenn eine neue Aufgabe oder Information hinzugefügt wird, erscheint kurz das Telefon-Icon am oberen Bildschirmrand.

Ähnlich wie bei "Simon the Sorcerer" wird auch hier die Dredimensionalität des Spiels durch eine Perspektivänderung ausgenutzt. Man kann in die 1st-Person-Perspektive und zurück wechseln (Leertaste), um die Umgebung genauer zu untersuchen. Viele Rätsel sind nur aus dieser Perspektive zu lösen, in der man übrigens genau wie in der Standardperspektive mit der Maus den Blick herum schweifen lassen kann.

Insgesamt ist das Handling gefällig, einfach und logisch mit viel Freiheit für den Spieler und bedarf nur einer kurzen Lernphase. Tastatur- und Mausfreunde kommen gleichermaßen klar.

Grafik

"The Watchmaker" gehört zu den Adventures, die vollkommen in 3D gestaltet wurden. Wir bewegen uns von 9 Uhr morgens bis 12 Uhr nachts in den vielen Räumen der Burg und auch außerhalb im Garten und den darin befindlichen Gebäuden. Es gibt eine solche Menge von Locations zu untrsuchen und inspizieren, daß man sich auf keinen Fall eingeschränkt fühlt und immer neues entdeckt. Die Bediensteten der Burg gehen ihrer täglichen Arbeit nach und sind deshalb auch je nach Zeitpunkt immer wieder an unterschiedlichen Orten zu treffen. So begegnen wir z. B. der gouvernantenhaft strengen Haushälterin mal in der Halle, mal im Weinkeller, der Bar, einem Lagerrraum, dem Eßzimmer oder im Schwimmbad. Natürlich geht auch irgendwann die Sonne unter und alle Schauplätze tragen dem Rechnung.

Je weiter wir in die Geschichte vordringen, desto mehr Räume und Schauplätze können wir betreten. Die Hintergrundgrafiken sind sehr detailliert gestaltet. Wir können auch den größten Teil der Kulisse untersuchen, auch wenn Objekte eigentlich gar nichts mit dem Fortgang des Spiels zu tun haben. Teilweise finden wir noch 3D-mäßig grobe Texturen für Flächen wie Wände und Mauern vor, allerdings sind schon alle Einrichtungsgegenstände in den so unterschiedlich gestalteten Teilen der Burg auch im Zoom noch deutlich und detailliert. Es macht großen Spaß, die Burg vom Keller bis zum Turm zu untersuchen, wobei einem die so weitgehende Bewegungsfreiheit und die dezenten und keinewegs störenden Perspektivwechsel ein richtiges Kino-Feeling geben.

Die Grafiken der beweglichen Charaktere belegen zwar noch nicht den absoluten Spitzenplatz, sind jedoch ausgezeichnet und lebensecht animiert in ihren Bewegungen, ihrem Gang, ihrer Gestik und Mimik. Hier gibt es keinen unecht spitzen Busen wie bei "Gabriel Knight 3" und keine Ecken und Kanten. Speziell Victoria hat einen sehr schicken Gang und wirkt in ihrem weißen Hosenanzug wie eine Mischung aus Emma Peel und Dana Scully. Ganz toll fand ich, daß unsere beiden Helden den Mausbewegungen des Spielers mit dem Kopf gefolgt sind und sich ihre Lebendigkeit aus vorgeplanten kleinen Bewegungen und der spielereigenen Unruhe zusammensetzten.

Während wir die beiden Helden bewegen, schaltet die Kameraperspektive immer recht passend und filmreif auf einen neuen Winkel um, das macht das Zuschauen abwechslungsreich - niemals schwierig. Die beiden laufen nicht, wie aus anderen 3D-Spielen bekannt, in die Kulissen oder verschwinden halb in Möbeln oder werden plötzlich unsichtbar. Darrel und Victoria hat man jederzeit im Blick, sie folgen unseren groben Maus-Anweisungen, indem sie Hindernisse immer umgehen aber trotzdem den kürzesten Weg suchen. Steuern wir mit der Maus, so stoppen sie vor einem Hindernis und wir müssen selbst dafür sorgen, daß es weitergeht. Ich finde, die Entwickler haben eine tolle Arbeit bei den Bewegungen der Charaktere geleistet. Hinzu kommt eine passende Mimik und Mundbewegungen zur Sprachausgabe, die in ihrer Qualität an das von mir in dieser Beziehung immer gelobte Dragon Riders heranreichen.

Sprachausgabe

Leider trübt die englische Sprachausgabe das Gesamtbild des Spiels ein wenig. Nur bei den beiden Hauptdarstellern wurden halbwegs professionell wirkende Schauspieler für die Synchronarbeit eingesetzt. Alle anderen gehören eher in die zweite oder dritte Kreisklasse, besonders eklatant Jude Roberts, die Frau des Verwalters, die mit ihrer langweiligen ausdruckslosen Rede wirklich den Eindruck erweckte unter der Einwirkung starker Beruhigungsmittel zu stehen. Und als ob die Textschreiber es vorher gewußt hätten, lautet einer Ihrer letzten Sätze: "Ich werde jetzt einige Tranquilizer benötigen, um mit der Situation fertig zu werden!".

Musik/Sound

Die Musikuntermalung, die hauptsächlich während der Animationssequenzen eingesetzt wird ist zurückhaltend und und eigentlich nur in der Schlußphase etwas ausdrucksstärker und dramatischer. Weder besonders auffallend noch störend. Die Soundeffekte vom Laufen über Teppich oder Stein, und all die vielen kleinen Geräusche, die einem bedeuten, daß man nicht allein ist, sondern z. B. jemand in der Nähe gerade etwas repariert, sind sparsam aber auf den Punkt gesetzt.

Rätsel

Die Qualität der Rätsel hat mich sehr beeindruckt. Der Schwierigkeitsgrad steigt von Beginn an langsam an und wird auch zum Schluß keinen Frust hinterlassen, da wirklich ALLE Rätsel durch logisches Überlegen und eindeutige Hinweise zu lösen sind.

Das Spiel beginnt um 9 Uhr morgens und endet um Mitternacht, aber keine Angst, es läuft keine reale Zeit ab, sondern jeweils nach Schlüsselszenen, wenn wir besonders wichtige Informationen erhalten, ein entscheidendes Gespräch geführt oder eine bestimmte Entdeckung gemacht haben, wird die interne Uhr weitergesetzt, dokumentiert durch die mit Uhrzeit versehenen neuen Einträge im Notizbuch des PDA. Hierdurch sieht der Spieler klar seinen Fortschritt.

Es gilt natürlich auch hier wieder, in den Besitz einer Reihe von Objekten zu kommen, um die gestellte Aufgabe zu lösen und dem Geheimnis näher zu kommen. Dazu gehören auch Dokumente, die man teilweise mitnehmen kann, teilweise muß man sich ihren Inhalt auch so merken und notieren. Es gilt, sich auch gegen Widerstände Zugang zu verschlossenen oder versteckten Bereichen zu verschaffen und dabei die Gegenspieler auch psychologisch zu betrachten und einzuschätzen.

Dazu müssen natürlich auch eine Reihe von Gesprächen geführt werden. Hierbei ist es wichtig, daß man sie sowohl aus der Perspektive von Darrel als auch durch Victoria führt, da die beiden unterschiedlich erfolgreich bei einzelnen Gesprächspartnern sind. Außerdem sind die Vorkenntnisse und Fähigkeiten unserer beiden Helden wichtig für die Rätsellösung.

Manche Information kann nur einer von beiden tatsächlich herausfinden, auch wenn beide mit den gleichen Leuten reden können oder auch die gleichen Räumlichkeiten durchsuchen. Manchmal müssen beide am selben Ort sein, um gleichzeitig oder hintereinander mit einem Problem fertig zu werden. Manchmal müssen sie Aktionen an verschiedene Orten ausführen, um weiterzukommen. Dieses spezielle Zusammenspiel und die richtigen Kombinationen herauszufinden, stellt einen ganz besonderen Reiz des Spiels dar.

Bei der Objektsuche ist das Umschalten in die 1st-Person-Sicht sehr wichtig, bietet es doch neue Einblicke und ist manchmal die einzige Möglichkeit weiterzukommen.

"The Watchmaker" setzt nicht auf lange Wege, die immer wieder zu gehen sind (im Gegenteil - die Bedienung erleichtert in vielen Fällen schnelle Ortswechsel), es wird auch nicht auf Labyrinthe oder Actioneinlagen gesetzt, um das Spiel zu verlängern, sondern setzt auf gut in die Geschichte integrierte Rätsel und logische Aufgaben. Es gibt zum Schluß einige Situationen, in denen unsere Helden sterben können. Wer sich in die Höhle des Löwen begibt, der muß halt mit allem rechnen! So finden wir hier auch eine zeitabhängige Aufgabe und eine, in der man seine Geschicklichkeit beweisen muß. Zur Steigerung der Spannung und der Schwierigkeit zum Schluß ein legitimes Mittel.

Story

Gleich von Anfang an wissen wir, daß es um viel geht. Wenn unsere beiden Spezialisten versagen, dann wird der Menschheit Schaden zugefügt. Wir kennen den Auftrag. Hinzu kommt noch, daß unsere Gegner nicht nur einfach böse sind, sondern sich auch noch parapsychologischer Mittel bedienen. Wir wissen nur nicht genau, wer unsere Gegener sind und welche Mittel sie einsetzen werden, nur daß wir nicht viel Zeit haben. Eine spannende Ausgangssituation in der idyllischen Umgebung der österreichischen Alpen. Ein psychologisch-mysteriöser Thriller, der Vorsicht aber auch Konsequenz verlangt. Welche Personen sind in die Vorgänge verwickelt und wem kann man trauen?

Sowohl die Lebensgeschichte der beiden Helden als auch der Nebendarsteller wird uns durch Handbuch und Spiel nahegebracht. Hier stehen erstmals zwei gleichwertige Partner im Rampenlicht, die nicht wie in "Gabriel Knight 3" oder "Das Geheimnis der Druiden" abwechselnd und mit unterschiedlichen Spielanteilen handeln. Sie besitzen beide ein nicht geringes Selbstvertrauen, stehen mit beiden Füßen auf dem Boden der Tatsachen und finden sogar hier und da, trotz des Drucks unter dem sie stehen, Zeit für die eine oder andere witzige Bemerkung. Die beiden wissen, was sie tun und irgendwie ist diese Zuversicht ansteckend - auch wir als Spieler werden es schaffen.

Und wenn wir den Schlußsatz hören: "When the players have all gone - is the game over?" möchte man rufen: "Nein, nein - laß es weitergehen!" - zumindest in einem neuen Fall für die beiden.

Gesamteindruck

Für mich das unterhaltsamste, durchdachtetste und innovativste Adventure in diesem Jahr - zumindest bis zum heutigen Zeitpunkt. Auch wenn man an der Sprachausgabe gespart hat - was einen deutschen Spieler vielleicht nicht ganz so sehr stören wird, wie jemanden mit englischer Muttersprache - gehört es zu den sehr empfehlenswerten Spielen 2002. "The Watchmaker" zeigt, daß es durchaus möglich ist in ein 3D-Spiel eine ordentliche Maussteuerung einzuarbeiten, es bietet vielfältige Rätselaufgaben und viel Freiheit, diese zu lösen. Wer sich das Spiel in Englisch (mit englischen Untertiteln) zutraut, sollte zugreifen.

Meine Gesamtwertung: 91%

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95/98/ME/2000/XP
  • Pentium II 266 MMX
  • 64 MB RAM
  • 8fach CDROM-Laufwerk
  • 150 MB auf der Festplatte
  • 3D Grafikkarte mit mindestens 8 MB Videospeicher
  • DirectX 7.0

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

Großzügige Waschräume
Großzügige Waschräume

 

Die Frau des Verwalters lebt wie eine Prinzessin
Die Frau des Verwalters lebt wie eine Prinzessin

 

Auf die Bezeichnung "Gartenarchitekt" legt der Gärtner Raul Hernandez großen Wert
Auf die Bezeichnung "Gartenarchitekt" legt der Gärtner Raul Hernandez großen Wert



Victoria im Weinkeller
Victoria im Weinkeller

 

Im Gespräch mit dem Hausherrn
Im Gespräch mit dem Hausherrn

Der Notizblock im PDA hält alle wichtigen Aufgaben und Vorkommnisse automatisch fest
Der Notizblock im PDA hält alle wichtigen Aufgaben und Vorkommnisse automatisch fest

 

Der alte Henry Eistermeier ist der Haumeister
Der alte Henry Eistermeier ist der Haumeister



Im Inventar kann man Objekte von allen Seiten betrachten
Im Inventar kann man Objekte von allen Seiten betrachten



Hat Darrel etwas gefunden?
Hat Darrel etwas gefunden?

 

Die Speicher-/Ladefunktion
Die Speicher-/Ladefunktion

 

Ein geheimer Gang führt in die Kirche
Ein geheimer Gang führt in die Kirche

 

Welche Hinweise finden die beiden im Observatorium
Welche Hinweise finden die beiden im Observatorium

 

Eine ganz spezielle Uhr des "Watchmakers"
Eine ganz spezielle Uhr des "Watchmakers"

 

Darrel durchsucht einen geheimen Raum
Darrel durchsucht einen geheimen Raum

 

Die Frau des Verwalters hat vor etwas Angst
Die Frau des Verwalters hat vor etwas Angst

 

Dokumente liefern wichtige Hinweise
Dokumente liefern wichtige Hinweise

 

Manchmal wird es sehr gefährlich
Manchmal wird es sehr gefährlich

 

Können die beiden sich aus dieer Situation befreien
Können die beiden sich aus dieser Situation befreien?

 

Mehr Screenshots

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 04. Juli 2002

 

 

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