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Aura - Tor zur Ewigkeit


Erscheinungsdatum: 07/2004
Entwickler: Streko Graphics
Publisher: TAC
Spielsprache: deutsch

 

USK: freigegeben ab 6 Jahren

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Boxshots

 

Ein Review von  MaryScots   24. Januar 2005

 

Mit „Aura" liefert das in Kanada ansässige Entwicklerteam Streko Graphics sein bislang zweites Adventure ab. Ihr Erstlingswerk „Jolly Adventure of Jimmy and Mocko" wurde bisher nur von dem russischen Publisher Magnomedia veröffentlicht und ist daher ausschließlich jenen zugänglich, die dieser Sprache mächtig sind. Mit TAC hat die junge Firma einen erfahrenen Partner für „Aura" gefunden, der äußerst erfolgreich in der internationalen Liga spielt und somit ein viel größeres Publikum erreicht. TAC vergleicht „Aura" „...mit Titeln wie ‚Schizm 1’ und dem originalen ‚Myst’...", verspricht aber einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad.

 

Story

Seit Anbeginn der Zeit bewacht der Clan der Hüter vier magische Ringe, welche die Macht besitzen, Tore zu versteckten Welten zu öffnen und sogar, in den Händen der Ältesten, neue Welten zu erschaffen.

Umang, einer der besten Schüler seines Clans, wird von seinem Mentor zum Gelehrten Grifit in das Ademika-Tal geschickt, um dort seine Ausbildung weiterzuführen. In diesem Tal werden die Mysterien und die Magie des Clans bewahrt. Doch als Umang in Grifits Haus eintrifft, ist dieser nicht da. Er teilt ihm in einer Nachricht mit, daß er ihn aufgrund der jüngsten Ereignisse nicht persönlich empfangen kann, hinterlässt aber weitere Instruktionen. Umang muß zunächst die Geheimnisse des Tals entschlüsseln, um sein Fortbewegungsmittel in Gang zu bringen, mit dem er in die versteckten Welten, Dragast und Na-Tiexu, reisen soll. Auf seiner Mission benötigt er all das Wissen, welches ihm bislang zueigen wurde, denn die Welten geben ihre Schätze erst frei, wenn man sich als würdig erwiesen hat. Umangs Aufgabe besteht darin, die heiligen Artefakte und die Ringe zu finden, zu vereinen und in Sicherheit zu bringen, denn es gibt einen Feind, der auf eine besondere Fähigkeit der Ringe aus ist: in Verbindung mit den heiligen Artefakten der versteckten Welten schenken sie ihrem Einiger große Kräfte, Macht und Unsterblichkeit.

 

Installation/Steuerung

„Aura" wird von drei CDs, die wir zusammen mit dem Handbuch in einer DVD-Hülle im Kartoneinschub verpackt erhalten, flüssig und schnell installiert. Nach dem Intro befinden wir uns im Hauptmenü, in dem wir das Spiel starten, speichern, laden und verlassen können. Des weiteren können wir hier die Grafikeinstellungen von 640x480 bis hin zu 1600x1200 Pixel bei wahlweise 16 oder 32 Bit ändern. Auch lassen sich hier Musik-, Sound- und Umgebungslautstärke regeln und Untertitel ein- oder ausschalten. Vermißt habe ich die Option, direkt zum Spiel zurückzukehren, nachdem man gespeichert hat. Der soeben gespeicherte Spielstand muß dann über die Ladefunktion immer erneut aufgerufen werden.

An dieser Stelle möchte ich gleich mal einen Tip loswerden: installiert den Patch gleich mit. Ich stellte nämlich zu Beginn des Spiels fest, daß der Cursor nach Laden eines Savegames an einer Stelle plötzlich keinen Hotspot mehr anzeigte, der aber definitiv vorher da war. Nach Installation des Patches war das Problem dann beseitigt.

Da wir im Spiel in der Haut von Umang stecken, bewegen wir uns folglich in Egoperspektive durch diese Geschichte. Der Cursor leuchtet hell auf, sobald wir einen Gegenstand streifen, den wir in unser Inventar am unteren Bildrand aufnehmen, oder wenn wir etwas manipulieren bzw. mit jemandem sprechen können. Auf Szenenausgänge oder die Möglichkeit zur Nahansicht macht uns ein Pfeil am Cursor aufmerksam. Ebenfalls am unteren Bildrand befindet sich ein Skizzenbuch, auf das ich im folgenden Punkt noch näher eingehe.

 

Rätsel

Maschinenrätselbegeisterten Myst-Fans wird „Aura" sicherlich nicht allzu schwer erscheinen. Tatsächlich jagt hier ein mechanisches Puzzle das nächste. Und knackig sind die meisten von Ihnen ebenfalls, da hat TAC nicht zuviel versprochen. Aber es wird mehr von uns verlangt, als nur Maschinen in Gang zu bringen oder zu reparieren, es gilt auch Rätsel der mystischen Art zu lösen. Hierzu gehören Verschiebepuzzle und auch Reihenfolgerätsel, bei denen wir zuvor eingesammelte Objekte richtig anordnen müssen, um an weitere Gegenstände und Hinweise zu kommen. Während des gesamten Spiels ist unsere Beobachtungsgabe gefragt, denn Zeichen, die wir an einem Ort entdecken, können uns an einem anderen helfen, die richtige Einstellung für ein Codeschloss herauszufinden. Zu einer der Welten erhalten wir wiederum nur Zugang, wenn wir unser Gehör richtig einsetzen, um ein kompliziertes Klangrätsel zu knacken.

Ein großer Unterschied zu Myst sind die Inventarrätsel, die jedoch nicht allzu schwer sind. Wenn wir unsere Augen offen halten und einsammeln, was einzusammeln ist, dürfte es keine große Mühe machen, die Objekte an der richtigen Stelle anzuwenden. Hier stellt das bereits erwähnte Skizzenbuch eine große Hilfe dar, wenn es uns dann und wann durch kurzes Aufleuchten einer blauen Aura anzeigt, daß wir neue Informationen erhalten haben. Diese finden sich nun in Form von Zeichnungen auf den Buchseiten und wir können jederzeit nachschlagen, um uns einen Denkanstoß geben zu lassen. Oft müssen wir nämlich ein angefangenes Puzzle kurz mal ruhen lassen, um an anderer Stelle etwas zu erledigen, damit wir weitermachen können, und dann sorgt das Buch dafür, daß wir die Zusammenhänge leichter erkennen. Ohne dies wären manche Kopfnüsse schlichtweg zu schwer. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn wir uns auch ein paar eigene Notizen machen.

In jedem Fall wird hier das Puzzeln zur Hauptaufgabe, wenn nicht sogar zum vorrangigen Inhalt von „Aura", denn die Story gerät dabei stark in den Hintergrund. Der Schwierigkeitsgrad schwankt sehr, aber unter Einsatz genauer Beobachtung und Logik ist die abwechslungsreiche und unterhaltsame Rätselkost sehr zu empfehlen.

Es gibt darüber hinaus eine Stelle, an der man sterben kann. Auf die Gefahr werden wir durch ein Warngeräusch ein Szenenbild zuvor aufmerksam gemacht. Haben wir die Begegnung nicht überlebt, setzt das Spiel automatisch in dieser letzten ungefährlichen Szenerie wieder ein. Um dieses Hindernis aus dem Weg zu räumen, kommt es auf eine schnelle Reaktion an. Mehr „Action"-Einsätze verlangt man in „Aura" jedoch nicht von uns.

 

Grafik/Sound

Die vorgerenderten 2D-Hintergründe in „Aura" versprühen ein Feuerwerk an Farben und Texturen. Es macht viel Spaß, sich einfach mal ausgiebig in der 360°-Umgebung umzuschauen, denn da haben ein paar Leute wirklich Fantasie bewiesen.

Das Ademika-Tal wirkt auf den ersten Blick wie ein verwunschener nächtlicher Garten durchsetzt mit Pavillons und Brunnen. Schaut man jedoch genauer hin, entpuppen sich diese Objekte als komplizierte Mechanismen. Obwohl wir uns hier nur nachts aufhalten, vibrieren die satten, dunklen Farbtöne förmlich, was man leider nicht auf eventuelle Animationen beziehen kann, denn es sind einfach keine vorhanden. Dieses Manko zieht sich traurigerweise durch das gesamte Spiel. Abgesehen von den Videosequenzen – sehr schön vor allem jene, in denen Umang seine Reise fortsetzt -, in denen wir dann den von uns gespielten Charakter im Dialog mit den wenigen anderen Personen auch mal sehen dürfen und den Animationen, die wir beim Rätseln auslösen, passiert zu 99% nichts weiter. Es gibt einige hübsche Lichteffekte, vor allem in Form von leuchtenden Funken bei den mystischen Rätseln, aber viel mehr auch nicht.

Dragast, die auf Mechanik und Wissenschaft beruhende Bergwelt, empfängt uns hoch über den Wolken mit einem wunderschönen Panorama aus schneebedeckten Gipfeln, deren Mysterien sich teilweise in den tief in die Felsen getriebenen Höhlen verbergen.

Wie ein unwirklicher Traum erscheint dann Na-Tiexu, die esoterische Welt, die sich in mehrere Ebenen aufteilt, wovon jede wiederum ihr ganz eigenes Erscheinungsbild und eine besondere Atmosphäre besitzt. Wir durchwandern eine schneebedeckte Ebene unter einem atemberaubenden Sternenhimmel, ein friedliches grünes Tal, das mit seinen Steinskulpturen an die Kolosse auf den Osterinseln erinnert, eine Höhlenwelt, in der korallenförmige Blüten wie kleine Neonsterne auf Felswänden wachsen und grüne Lava durch eine düstere Grotte fließt, und last but not least eine skurril gestaltete Landschaft, für die einige Gemälde von Salvador Dalí Pate gestanden haben könnten. Trotz dieser ganzen Pracht wirken die Locations etwas blutleer, weil sich eben nichts bewegt und das finde ich jammerschade.

Ein durch Panflöten und Bongos südamerikanisch angehauchtes Thema bildet die Hintergrundmusik. Anfangs klingt es noch atmosphärisch, wird aber durch häufige Wiederholung schnell langweilig. In den Pausen ist es oft völlig still, was ich sogar als recht angenehm beim Grübeln empfand. Die Musik hat zwar Höhen und Tiefen, welche jedoch in keiner Weise zum Ablauf der Geschichte passen. Das Gleiche gilt für die Soundeffekte, die nicht in Zusammenhang mit einem Rätsel stehen. Besonders auffällig fand ich das gelegentliche Löwengebrüll, das mit schöner Regelmäßigkeit ertönt, und dabei ist es völlig egal, in welcher Umgebung man sich gerade befindet. Was für einen Sinn dieses Geräusch hat, frage ich mich jetzt noch. Ähnlich wirkt ein Wasserplätschern, wo kein Wasser ist, oder ein kurzes Donnergrollen.

Störend war auch, daß die Hintergrundmusik während des schwierigen Klangrätsels und in unpassender Weise auch bei manchen Cutscenes weiterlief. Das klingt jetzt pingelig, da man die Musik auch selbst leiser stellen kann. Dennoch bin ich der Ansicht, daß man sich hier schlicht und ergreifend nicht die Mühe gemacht hat, die Musik und ihren Einsatz an den Ablauf des Spiels anzupassen.

An der Übersetzung konnte ich keine Ungereimtheiten feststellen und die wenigen Dialoge sind stimmlich gut gesprochen, wenn auch wenig Wert auf Lippensynchronisation gelegt wurde.

 

Technisches

Abgesehen von dem Cursorproblem, welches durch den Patch behoben wird, verzeichnete ich während eines Szenenwechsels einen Absturz zum Desktop, der jedoch bei Wiederholung der Szene nicht mehr auftrat.

 

Fazit

Eine fantasievolle Grafik und anspruchsvolle Puzzles machen noch kein gutes Spiel aus. Schade eigentlich, man hätte mehr draus machen können. Die Sounduntermalung lässt viel zu wünschen übrig und die Story wird uns fast ausschließlich während des Introfilms nahegebracht. Später puzzeln wir uns durch die Welten und dabei gerät die Geschichte völlig ins Vergessen. Die Lösung der Rätsel habe ich teilweise nur mit Tricks gefunden, da besonders ein Puzzle eine so hohe Konzentration von mir forderte, daß ich von den verschieden Ansichten des Objektes Screenshots machen musste, um mir die erforderlichen Einstellungen besser vor Augen führen zu können. Unter dem Strich kann ich dieses Spiel nur Fans von logischen Denkaufgaben empfehlen, die nicht allzu viel Wert auf die Geschichte legen und gern mal in einem fantasievollen Gemälde spazieren gehen möchten.

 

Bewertung: 65 %

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows 98SE/ME/2000/XP
  • Pentium III 800 MHz (oder schneller)
  • 64 MB RAM (128 MB empfohlen)
  • 16x CD-ROM-Laufwerk (24x CD-ROM-Laufwerk empfohlen)
  • 2 MB DirectX 8/9 kompatible 3D-Grafikkarte (oder besser)
  • DirectX 8.1
  • 1,3 GB freier Festplattenspeicher (2,4 GB empfohlen)

Gespielt auf:

  • Windows XP
  • Pentium IV 2,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM SD-616 Samsung
  • Sapphire Radeon Atlantis 9600 256 MB Grafikkarte
  • Creative Soundblaster Live! 5.1 Soundkarte

 

Copyright © MaryScots für Adventure-Archiv, 24. Januar 2005

 

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Hauptmenü
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Umang erhält einen Auftrag
Umang erhält einen Auftrag

 

Ein weiterer Fund für’s Inventar
Ein weiterer Fund für’s Inventar

 

Im Ademika-Tal sprühen schon mal die Funken
Im Ademika-Tal sprühen schon mal die Funken


Einer der seltsamen Mechanismen
Einer der seltsamen Mechanismen

 


Das Bergpanorama von Dragast
Das Bergpanorama von Dragast

 

Dieser „Tempel“ birgt mechanische Geheimnisse
Dieser „Tempel“ birgt mechanische Geheimnisse



... und wieder ein Schloss zu knacken!
... und wieder ein Schloss zu knacken!

 

Der Schmied spricht auch nicht mit jedem
Der Schmied spricht auch nicht mit jedem

 

Weiterflug nach Na-Tiexu
Weiterflug nach Na-Tiexu

 

Grüne Lava und Mysterien aus Kristallen
Grüne Lava und Mysterien aus Kristallen

 

Das Tal der Schamanin
Das Tal der Schamanin

 

In der Astrologie-Welt ...
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...wartet ein Planeten-Rätsel
...wartet ein Planeten-Rätsel

 

Hat Umang alle Artefakte gefunden?
Hat Umang alle Artefakte gefunden?

 

Ankunft auf der Insel der Einigkeit
Ankunft auf der Insel der Einigkeit